Fast auf Augenhöhe mit der Zugspitze

 

Die Klasse R9 der Grund- und Mittelschule Ammersricht war in den Pitztaler Alpen auf Klassenfahrt.

Vor etwas mehr als einem Jahr entstand zwischen dem Klassenleiter Herrn Bernhard Hirsch und dem 1. Vorsitzenden des Vereins Jupiter e.V., Herrn Jörk Kaduk, die Idee, als Abschlussfahrt mit der 9. Klasse in das hochalpine Gelände des Pitztals zu fahren. Die Planungen begannen kurz danach und dank eines erfreulich einstimmigen Votums der Klasse und der Elternschaft für dieses Abenteuer, wurde es schließlich konkret. Mit der Firma Sport Lange fand sich ein Partner, der mit großzügigen Angeboten und seinem Fachpersonal die Auswahl und den Einkauf der notwendigen Ausrüstung im Juni unterstützte. Zudem konnten die Schüler auf diese Weise bereits vor den Sommerferien das ungewohnte Schuhwerk einlaufen.

 

Nahezu direkt nach den Ferien ging es los und um 8.15 Uhr rollte der Bus der Firma Reichert mit 16 gespannten Schülern und ihren zwei Lehrkräften in Richtung Pitztal los, wo man eine Woche auf dem Taschachhaus verbringen würde. Alles verlief bis auf den üblicherweise dichten Verkehr rund um München sehr ruhig und als die ersten Berge vor den Fenstern auftauchten gab es schon ein großes Staunen, denn für viele Schüler war es absolutes Neuland, sich so weit nach oben in die Berge zu begeben.

 

  

Doch davor stand erst einmal der Aufstieg, der sich leider ein wenig als Problem erweisen sollte. Erst einmal steuerte der Bus den falschen Berg an, wodurch sich eine nicht unerhebliche Verspätung ergab und später bekamen ein paar Schüler noch Schwierigkeiten mit dem Kreislauf, was aber durch das umsichtige Handeln der Bergführer von Jupiter gut gemeistert werden konnte. Natürlich gönnte man den Schülern deshalb am zweiten Tag etwas Ruhe und die körperlichen Anstrengungen hielten sich in Grenzen. Man beschäftigte sich mit spielerischen Übungen zur Trittsicherheit, erarbeitete sich einen „Hütten-Knigge“ und übte am Nachmittag den Umgang mit Sitzgurt und Klettersteigset für den Einsatz am Gletscher.

  

Das Fazit am Abend fiel entsprechend positiv aus, das leckere Essen tat ein Übriges und zudem hatten sich die meisten nun auch schon sehr gut an die Höhe gewöhnt. Der Mittwoch startete mit blauem Himmel, gerade recht für den Ausflug zum Taschachferner, einem Gletscher, dessen Ausläufer sich vor dreißig Jahren noch bis zur Hütte erstreckten. Die Schüler konnten dort mit eigenen Augen sehen, was der Klimawandel verursacht und welch große Teile des Gletschers bereits abgeschmolzen sind.

  

Zudem war es spannend, sich mit Steigeisen auf dem Gletscher zu bewegen, Eisschrauben zu setzen und auch einen Blick in Gletscherspalten und Eis-Höhlen zu riskieren. Bei der Rückkehr zum Haus tobten sich die Schüler bei ein paar Spielen zum Stärken des Gruppengefühls und der Zusammengehörigkeit aus.

   

Den Höhepunkt der Woche bildete dann der Donnerstag, der die Klasse mit ihren Bergführern zuerst auf das Vordere Köpfle (2740 m) führte. Dort veranschaulichte man den Schülern, wie weit sie schon auf ihrem Lebensweg gekommen sind, aber noch mehr, wie sehr ihr zukünftiges Leben in Beruf und Alltag von den Entscheidungen abhängen wird, die aktuell zu treffen sind. Im Anschluss folgte der Aufstieg auf über 2800 m Höhe, also beinahe so hoch wie Deutschlands höchster Berg, zu einem herrlich gelegenen Gletschersee. Für den Abstieg hatten sich die Betreuer und Lehrer noch etwas Besonderes ausgedacht, denn jeder Schüler sollte einen Teil des Weges allein gehen und bekam in mehreren Etappen dafür jeweils eine Frage oder einen Gedanken mit auf den Weg. Dabei sollten sie in Ruhe reflektieren, was sie in der Woche erlebt hatten, welchen Menschen sie vertrauen und wie sie das Erlebte in ihren Alltag mitnehmen und bei zukünftigen Herausforderungen davon profitieren können. So war dann der letzte gemeinsame Abend geprägt von einem gewissen Wehmut, denn die Woche war wie im Flug vergangen und die Vielzahl der Eindrücke berührte jeden.

 

Der Rückweg und die Heimfahrt blieben von jeglichen Aufregungen verschont und kurz vor 20 Uhr konnten die Eltern ihre erschöpften, aber glücklichen Schützlinge in die Arme schließen. Ein großes Dankeschön darf aber nicht vergessen werden, denn bei so einem Abenteuer sind so viele Unterstützer beteiligt, allen voran die Eltern und die Schulleitung, die es ja erlauben und befürworten müssen. Dann die vielen fleißigen Hände im Verein Jupiter e.V., die akribisch die ganze Durchführung geplant und uns mit Material unterstützt haben, und natürlich die Sponsoren, sei es der Sport Lange, der Elternbeirat und nicht zuletzt der Oberbürgermeister Michael Cerny, der eine überaus großzügige Spende von der Sparkasse Amberg-Sulzbach für das Projekt anregte.


 

Unterkategorien

Hier stehen alle Beiträge aus dem Schuljahr 16/17!